Wie lebte man auf der Burg?

Eine Burg, es war im Mittelalter ein prächtiger Sitz und ein Adelprivileg. Wenn Sie sich ein Leben im Mittelalter vorstellen wollen, denken Sie nicht an kleine Städchen, aber an eine richtige Burg. Und wie lebte man dort? Hatten die Adeligen ein bequemes Leben? Oder war es genauso unbequem wie in der Vorburg?

Wie kochte man?

Jak se žilo na hradì?

Die Burgküche ist ein überraschend kleiner Raum. Die Küche diente nur zum Kochen, alle Zutaten wurden außerhalb der Küche zubereitet. Wenn Sie in Pernsteiner Küche hineinschauen, stellen Sie fest, dass sie einen überraschend kleinen Ofen hat. In der Küche wurden nur Speisen für Bewohner des Burgpalastes zubereitet, es wurde hier nicht für alle Burgbewohner gekocht.

Im Palast wohnte die Familie, ein paar Kammerzofen, eine Köchin, die Leibgarde und nötige Diener. Aber!, es bedeutete nicht, dass dort nur wenige Leute wohnten. Z. B. Vratislav von Pernstein hatte 21 Kinder, das ist schon eine zahlreiche Familie. Hier speisten natürlich auch offizielle Besucher, aber sie waren hier nicht täglich. Die kleine Küche reichte dann vollkommen.

Wie wurde die Burg beleuchtet?

Jak se žilo na hradì?

Elektrizität ist für uns heutzutage selbstverständlich, wir stellen uns nur noch schwierig vor, ein Zimmer zu betreten und ganz automatisch das Licht nicht anmachen zu können. Auf der Pernstein, eigentlich wie auf jeder mittelalterlichen Burg, leuchtete man zuerst mit Spänen. Es folgten verschiedene Arten von Kerzen und zum Schluss kamen noch Kronleuchter mit Petroleumlampen. So ein Kronleuchter, es war eine wissenschaftliche Vorrichtung. In großen Räumen wurden sie sogar oberhalb des Raumes auf dem Dachboden festgehalten, wo sie an die Schleifrollen aufgehängt wurden. Sie halfen die Kronleuchter hinunterzulassen und mit Petroleum nachzufüllen. Kleinere Leuchter arbeiteten mit Hilfe der abgeglichenen Gewichten. Es reichte bloß zu ziehen, nachzufüllen und wieder an die Decke zu heben. Auf diese Art und Weise wurden die meisten Räume beleuchtet, natürlich ist es schwer sich vorzustellen, wie die engen Stiegenhäuser und finstere Gänge beleuchtet wurden. Es war nötig eigenes Licht mitzunehmen.

Wie schlief man?

Auf der Burg zu schlafen klingt doch einfach romantisch. Wenn Sie aber in die Schlafzimmer der ursprünglichen Besitzer hineinschauen, wird Sie vielleicht diese Vorstellung verlassen. In einem so großen Raum mit dicken Wänden war es im Winter wahrscheinlich sehr kalt. Das Bett wurde dann mit schweren Vorhängen vom Zimmer getrennt und an die Wände wurden Tapisserien gehängt. Beides nur, um die Wärme zu halten. Die Betten waren meistens bequem und lang. Auf der Pernstein gibt es „lange“ und auch „kurze“ Betten. In den kurzen Schlossbetten musste man sitzen (wegen der Frisur und der Aberglaube, dass in der vertikalen Position Satan einfacher in den Körper hineintreten kann).

Wie wurde die Hygiene durchgeführt?

Jak se žilo na hradì?

Duschen, Toilleten, Waschbecken? Auf der Burg schwer zu finden, deshalb stanken die Burgbewohner nach gewisser Zeit ziemlich. Es wird erzählt, dass manche Wohnsitze verlassen wurden, weil der Gestank in den Räumen nicht auszuhalten war.

Die Badezimmer auf der Burg waren nicht wichtig. Die Pernstein hatte keine eigene Wasserquelle, deshalb konnten die Burgbewohner über manche hygienische Errungenschaften nur träumen.

Die Toiletten existierten auf der Burg auch nicht, Plumsklos eingeschlossen. Wer würde in den Felsen, auf dem die Burg steht, so tief graben? Das Problem mit Abwasser wurde elegant gelöst. Es wurde genauso wie bei jeder großen Burg ein Graben ausgeschachtet. Und so wurden die Toiletten darüber errichtet und das Abwasser führte direkt hinein. Die Burg „roch“ dann gehörend draußen wie drinnen.