Burggeschichte

An der Stelle, wo der Fluss Svratka die Felsenhügel der Bömisch-Mährischen Höhe durchdrinkt, fing im 13. Jahrhundert der Bau der mächtigen Burg an, heute unter dem Namen Pernstein gekannt. Die Burg hat bis heute ihr spätgotisches bis Renaissance-Aussehen erhalten, genau das, das sie auch im 16. Jahrhundert hatte, als sie fertiggebaut wurde.

Hrad Pernštejn

In der Zeit, als Pernstein entstand, war das Adelsgeschlecht Pernstein eines der reichsten Geschlechter der bömischen Länder. Unwiderbringliche Darlehen an den Kaiser wurden aber verhängnisvoll. Genau das zwang sie dann das riesige Herrschaftsgut zu verkaufen, das seinerzeit sogar größer war als das von Rožmberk.

Es ist eine Ironie des Schicksals, dass obwohl die Burg architektonisch erhalten blieb, lernten ihre Interieure zu gut den Zahn der Zeit und Wandalen kennen. Schließlich haben wir keine Gründungsurkunde der Burg, es gibt nur eine Sage aus dem 16. Jahrhundert.

„In den Kriegszeiten wurde den mährischen Herren ein Symbol für ihr Wappen überreicht als die Erinnerung an eine Tat eines Mannes Namens Vìòava. Er arbeitete als Kohlenbrenner, deshalb verbrachte er die meiste Zeit außerhalb seiner Hütte. Ein Ur gewöhnte sich an täglich seine Wohnstätte zu besuchen und sein Brot zu essen. Vìòava erfuhr es und entschied sich ihn zu töten. Er wartete eines Tages auf ihn zu Hause. Es dauerte nicht lange und der Ur tauchte auf. Vìòava nutze die Gelegenheit und fang das riesige Tier. Der Ur spürte ihn und wollte weglaufen, aber der tapfere Mann war schneller und hieb seine Nüstern mit einem Ring durch. Dann zog er ihn bis nach Brünn, wo gerade der König anwesend war. Er wunderte sich über Vìòavas Kraft und fragte ihn, was sich so ein kräftiger Mann als Belohnung für seine Tapferkeit wünscht. Vìòava antwortete, dass er sich die Freiheit und sein Erdstück wünscht. Der König widmete ihm das Erdstück und auch die Freiheit und der dankbare Mann entschied sich noch einmal seine Fähigkeiten zu bezeugen. Er schlug dem Ur vor dem König seinen Kopf ab. Der König war verblüfft und sofort gab er Vìòava in sein Wappen den Urkopf mit dem Ring in den Nüstern. Und anstelle der Hütte wuchs in ein paar Jahren die uns bekannte Burg.“

Hrad Pernštejn

Die historische Herkunft des Adelgeschlechts von Pernstein und ihrer Burg ist unbekannt. Es ist sicher, dass die Burg irgendwann im 13. Jahrhundert auf einem Felsen gegründet wurde. Der erste bekannte Besitzer war Štìpán von Medlov, dessen Enkel den Namen Štìpán von Pernstein übernahm. Die Burg Pernstein wurde für lange Zeit zum Hauptsitz dieses Adelgeschlechts. Wir brauchen uns doch nicht zu wundern. Die Burg hat eine ideale Lage auf dem Felsen, der die Unannehmbarkeit sichert.

Den größten Ruhm erreichte die Burg um die Jahrhundertwende des 15. und 16. Jahrhunderts. Das Geschlecht der Pernsteins wurde größer und dem zufolge war es nötig, die kleine Burg in einen großen Sitz umzubauen. Der Burgpalast wurde erweitert und ein neuer Burghof errichtet. Es entstand auch der erste Anbau innerhalb der Burgmauer. Die Burg verlor allmählich ihr Verteidigungscharakter und änderte sich in eine Wohnstette, von ihrer Befestigung blieb nur das nötigste. Schanzen, Tore und Schießscharten. Im 16. Jahrhundert besuchte die Burg die Renaissance. Die Wohnräume wurden gemütlicher, es wurden ein neuer Flügel angebaut und die Bibliothek errichtet, die bis heute 13 000 Bände und Urkunden beinhaltet.

Zbylý mùstek spojující palác a vìž

Wie die Burg im 16. Jahrhundert aussah, so blieb sie bis heute erhalten. Nur mit einer kosmetischen Änderung. Als sie Schweden erobern wollten, haben sie zwei Stockwerke des Prismaturmes abgeschossen. Heutzutage ist er um etwas niedriger und mit dem Palast nicht mit zwei aber nur mit einer Brücke verbunden.

Die neuen Baustile beeinflussten die Burgexterieure nur wenig. Modernisiert wurden nur die Interieure. So versteckt die gotische Burg Schlossräume, die man unter der Steinschale nicht erwarten würde.