Ratschläge für Burgeroberer

Eine Burg zu erobern ist gar nicht zu spaßen, und dazu noch die Pernstein zu erobern... In der ganzen Burggeschichte ist es keinem Heer gelungen. Nur einmal war es ganz gefährlich, als die Burg von Schweden belagert wurde. Sie waren so ausgezeichnete Heerführer, dass es ihnen gelungen ist, zwei Stockwerke eines der Burktürme zu zerstören. Er wurde nie wieder ausgebaut.

Nezrekonstruovaná hranolová vìž

Aber auch der zerstörte Turm sicherte den Schweden keinen Sieg, sie kamen nicht einmal hinter die Schanzen. Und wenn die Feinde bis zur Vorburg kämen? Hier hat Pernstein nicht nur eine Abwehrüberraschung parat.

Der Pförtner und die Brücke

Falls ein Angreifer an das Haupttor gelangte, bedeutete es lange nicht einen Sieg. Über den Burggraben führte eine kleine Fallbrücke und gleich nebenan wurde eine kleine Pforte mit engen Schaulöchern plaziert. Sie waren so eng, dass das Tageslicht kaum hineinkam, genug aber um den Armbrustpfeil abschießen zu können. Bevor der Angreifer zu der Brücke gelangte, konnte er schon längst erschossen sein, ohne die Burg irgendwie zu bedrohen. Und wenn er die Pforte erreichen wollte, musste er über die Brücke über den tiefen Graben gehen. Hinein zu fallen war bestimmt nicht angenehm und daraus zu kommen nicht einfach. Nehmen wir an, dass die Angreifer so geschickt waren, dass sie den Graben bewältigten und den Pförtner beseitigten.

Die Schlingen der Treppen

Hrad Pernštejn

Der erste Stock bedeutete nicht unbedingt das, was die Angreifer erobern wollten. Die richtige Beute wird immer etwas höher versteckt, auch mit den Burgherren und deren bewaffneten Mannschaft. Der Eintritt in die höheren Burgstockwerke wurde durch eine enge Wendeltreppe erschwert - die den einzigen Zutritt in die höheren Stockwerke darstellte. Auf die enge Wendeltreppe passten nur schwer zwei unbewaffnete Menschen, Soldaten in der Rüstung kamen mit Schwierigkeiten durch. Außerdem wurde die Treppe mit großem Bedenken hergestellt – sie ist rechtsgewunden. Falls der Angreifer die rechtsgewundene Wendeltreppe hinaufstieg, hatte er bloß die linke Hand frei und die eignete sich zum Kampf nicht besonders gut. Die rechte Hand war „eingesperrt“ auf der engeren Seite der Treppe und deshalb konnten sich die Eroberer sehr schwer verteidigen. Das beste kam aber zum Schluss, denn dort gibt es nur ein niedriger Eingang und eine Doppelstufe. Versuchen Sie einmal durch einen niedrigen Gang mit hoher Türschwelle zu gehen. Was stecken Sie als das erste hinein? Den Kopf natürlich. Wenn der Angreifer dies getan hätte, wäre ihm der Kopf gnadenlos abgeschlagen worden.

Und wie wäre es mit der Burgvergiftung?

Falls die Angreifer versuchen wollten, die Burg durch Wasservergiftung zu erobern, hätten sie Pech gehabt. Die Pernstein hat und hatte nie eine eigene Trinkwasserquelle. Es gab also nichts zu vergiften. Die Vergiftung kam gar nicht in Frage, genauso wie der Hungertod. Die Burg hatte eine große Vorratskammer und ziemlich lange Zeit konnten die Bewohner ohne die Außenhilfe überleben.

Die Pernstein zu erobern war nicht einfach. Wir verdanken den Baumeistern ihre Gescheitheit, denn dank ihnen blieb die Burg bis heute in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Sie wurde nur ein bisschen seit dem 16. Jahrhundert geändert.